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Fürth, 28.02./01.03.2026 Bayern-Titel für Jakob Sand und Filip Hofmann

Bei den Bayerischen Mehrkampfmeisterschaften in der Halle überzeugten die westmittelfränkischen Teilnehmer mit zwei Titeln und vielen Bestleistungen.
Bundesweit höchste Bedeutung hat der Bayerische Meistertitel von Jakob Sand (TSV Ansbach) in der U18. Der Athlet des TSV 1860 Ansbach
steigerte sich im Siebenkampf auf großartige 4939 Punkte. Nur ein Sportler seines Jahrgangs 2010 hat heuer in Deutschland schon ein paar Punkte
mehr gesammelt. Herausragend waren dabei die Sprint-Bestleistungen des 15-jährigen: Die 60 Meter in 7,20 sec (813 Punkte) und die 60 Meter
Hürden in 8,24 sec (922) gaben die meisten Zähler. Über die Hürden schob sich Sand sogar auf Platz vier der Deutschen Bestenliste seines Jahrgangs.

Sand addierte über die beiden Wettkampftage noch zwei weitere Bestleistungen. Groß war die Freude des Bundeskaderathleten über 1,73 m im
Hochsprung (569), hier bestand der größte Nachholbedarf gegenüber der Mehrkampf-Konkurrenz auf Bundesebene. 12,45 m mit der 5-Kilo-Kugel (634
) sollten im Sommer mit stabilerer Drehstoßtechnik noch weiter ausbaufähig sein. 6,24 m im Weitsprung (639) waren als Mehrkampfbestleistung das
zweitweiteste Ergebnis der bisherigen steilen Karriere von Sand, nur bei seinem Süddeutschen Meistertitel wurde ein Zentimeter mehr gemessen.
Wie immer war Jakob Sand auch über die 1000 m stark, 2:56,14 min brachten seine drittbeste Punktzahl (703). Mit 4,30 m steht Jakob Sand im Stabhochsprung auf Rang drei der nationalen Bestenliste seines
jüngeren U18-Jahrgangs. Seinen gelungenen Mehrkampf zur Bayerischen Goldmedaille rundete er mit 4,15 m (659) und damit einer weiteren Mehrkampfbestleistung ab. Der Feuchtwanger Leo Trumpp
(TSV Gräfelfing) startete wie sein früherer Vereinskamerad Jakob Sand im gleichem Wettkampf der U18. Mit 3867 Punkten belegte er den fünften Platz. Einmal mehr bewies er,
dass er ein exzellenter Stabhochspringer ist. Nachdem alle anderen Springer ausgeschieden waren, wurde Trumpp zum Alleinunterhalter und sorgte mit seinen 4,65 Metern für die beste Höhe des Tages. Auch beim
Hochsprung lief es gut. Mit 1,76 Metern ditsnzierte er sogar den späteren Titelträger Jakob Sand um drei Zentimeter. In beiden Disziplinen sprang Trumpp bislang nur zweimal höher. Der Hürdensprint liegt ihm
nicht so sehr, doch immerhin konnte er seinen Hausrekord auf 9,44 Sekunden verbessern. Auch über 60 Meter verbesserte er sich auf 7,72 Sekunden. Gut lief es auch beim Weitsprung, wo er mit 6,01 Metern
erstmals die 6-Meter-Marke übersprang. Beim Kugelstoß verbesserte er sich auf 11,66 Meter und sorgte für die zweitbeste Leistung der U18-Feldes. Den abschließendem 1000-Meter-Lauf mag er hingegen nicht
und entschied sich auch, nicht mit Spikes, sondern mit Straßenlaufschuhen zu laufen. Dies wurde Trumpp zum Verhängnis, da das gewählte Modell für Bahnwettkämpfe nicht zugelassen ist und er somit
disqualifiziert wurde. Auf seiner Endplatzierung hatte dies jedoch keinen Einfluss mehr. Einen Trost gab es für Trupp doch: Das Trio des TSV Gräfelfing sicherte sich mit ihm den Mannschaftstitel.
Nach dem Freiluft-Titel in der Vorsaison sicherte sich der Ansba cher Filip Hofmann für seinen neuen Verein TSV Gräfelfing nunmehr auch den Titel "unterm Dach". Seine Leistung von
4734 Punkten betrachtet Hofmann jedoch noch als deutlich ausbaufähig, war es doch zwei Wettkampftage mit gemischten Gefühlen. Jedoch hatte er aufgrund einer Verletzung zum Jahresbeginn nicht die besten
Voraussetzungen. Der Auftakt war vielversprechend: Über 60 Meter verbesserte Hofmann sein e persönliche Bestmarke um drei Hundertstelsekun den auf 7,36 Sekunden und setzte sich deutlich an die Spitze der
Konkurrenz. Beim Weitsprung verfehlte er seine Bestmarke nur um zehn Zentimeter und baute seinen Vorsprung mit der Tagesbestweite von 6,71 Metern weiter aus. Mit der Kugel blieb er mit seinen 13,60
Metern nur um elf Zentimeter unter seiner Bestleistung. Mit drei Disziplinsiegen lag Hofmann nun deutlich in Führung und dieser Vorsprung erwies sich nachfolgend als sehr wichtig. Den ersten Dämpfer gab es beim
Hochsprung, seiner früheren Spezialdisziplin. Seine Anfangshöhe von 1,75 m bezwang er auf Anhieb, für die 1,78 Meter waren drei Anläufe erforderlich. Beim Stabhochsprung hatte Hofmann mit 3,70 Metern seinen
einzigen gültigen Versuch, hier konnte sein Vereinskollege Alberte Lafuente Veron fast 200 Punkte gutmachen. Am abschließendem 1000-Meter-Lauf kämpfe Hofmann sich in 3:10,84 Minuten über die fünf
Runden, Veron konnte nochmals 60 Zähler gutmachen. Der in den ersten vier Disziplinen herausgeholte Vorsprung war sehr komfortabel, am Ende des zweiten Tages waren genau 200 Zähler übriggeblieben.
Hofmann konnte noch eine zweite Goldmedaille mit nach Hause nehmen, denn das Trio des TSV Gräfeling sicherte sich auch den Mannschaftstitel - ein schönes Happy-End eines nicht ganz gelungenen zweiten Wettkampftages.
 4,60 m im Stabhochsprung (790 Punkte) waren die hervorstechende Leistung von Matias Neutzler
(TSV Ansbach) in seinem U20-Siebenkampf. Noch nie war ein Stabhochspringer aus einem westmittelfränkischen Verein, egal in welcher Altersklasse, so hoch hinaus geflogen. Diese Höhe entspricht
auch der Norm für die Deutsche Jugendmeisterschaft und ist Platz 1 in der Bayerischen U20-Jahresbestenliste. I n der Gesamtwertung kam Neutzler mit 4704 Punkten auf Platz 4. Hohe Punktwerte ergaben die Mehrkampfbestleitung über 60 Meter in 7,44 sec (732)
und die Bestleistung über 60 Meter Hürden in 9,08 sec (728) . Nahe an seine persönlichen Bestmarken kam Neutzler im Weitsprung mit 6,45 m (686), Hochsprung mit 1,76 m (593) und
mit der 6-Kilo-Kugel (10,82 m, 535). Der abschließende 1000 Meter Lauf wurde nur kurz nach dem Stabhochsprung gestartet. Hier war Neutzler zum Ende 45 Minuten alleine gesprungen und die
Konkurrenten um Silber und Bronze hatten bis zu 90 Minuten Erholungspause. Nach anstrengenden 13 Stabhochsprüngen war somit eine Attacke auf die Medaillen trotz 3:02,53 min und guter 640 Punkte nicht mehr möglich.
Als jüngerer U18-Jahrgang schob sich Zoé Wilzin vom TSV 1860 Ansbach im
Hallenfünfkampf bis auf Rang 5 unter 23 Teilnehmerinnen noch oben. 2950 Punkte waren eine von insgesamt vier persönlichen Bestleistungen. Dass
es für die 60 Meter Hürden in 9,28 sec gleich 852 Punkte gab unterstreicht ihren Wert bis auf Süddeutsche Ebene. 5,32 m (648) im Weitsprung sind
eine Steigerung um 20 cm und die Qualifikation zur Bayerischen Meisterschaft im kommenden Sommer. 9,20 m mit der 3-Kilo-Kugel ergaben 477
Punkte, der Hochsprung mit 1,48 m (599) und 2:59,10 min über 800 m (374) lassen noch Spielraum für die Freiluftsaison.


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